• Home
  • |
  • Blog
  • |
  • Schwitzhütte Teil 1: Abschied nehmen und los lassen…

Juni 22, 2021

Schwitzhütte Teil 1: Abschied nehmen und los lassen…

Auf meiner letzten Schwitzhütte habe ich mich von sage und schreibe 7 Menschen verabschiedet.

Manche von den 7 sind seit vielen Jahren nicht mehr am Leben. Und dennoch hab' ich mich erst in der Schwitzhütte so richtig von ihnen verabschiedet. Sie losgelassen. Sie gehen lassen.

Vielleicht auch sie mich. Wer weiß.

Im Dunkeln der Schwitzhütte und der manchmal fast unerträglichen Hitze hatte ich im ganzen Körper gespürt, wie sehr mir ein Teil der Energie dieser Menschen noch im "System" hängt.

"Raus damit. Jetzt!"

Sagte eine innere Stimme so mächtig, ich konnte garnicht anders.

Also gut, raus damit, wiederholte ich innerlich.

Die Ansage dieser Runde in der Schwitzhütte war es, Altes loszulassen um Raum für Neues zu schaffen.

Klingt logisch.

Ist für die meisten Menschen aber ein wahnsinnig zäher und langandauernder Prozess.

Manchmal brauchen wir Jahre, um Altes gehen zu lassen, dass uns nicht mehr dienlich ist.

Freunde, Familie, Jobs, Glaubenssätze, Konzepte, Erwartungen, Ängste... alles kann dabei sein und in Dir hochkommen.

In diesem Moment waren es für mich eben Menschen, mit denen ich einen Lebensabschnitt geteilt hatte und es nun an der Zeit war, dass ich weiterzog.

In Dankbarkeit und Respekt verabschiedete ich mich innerlich von jedem Einzelnen.

Auch wenn bei dem ein oder Anderen auch schmerzhafte Erfahrungen dabei waren, war und bin ich doch sehr dankbar, dass ich mit diesen Menschen und den geteilten Erfahrungen wachsen konnte.

Die Energie in einer Schwitzhütte ist gewaltig.

Alle Elemente wirken auf diesen Ort ein, konzentriert.

Die Schwitzhütte, die Gebärmutter symbolisierend, ist dafür da, etwas Altes gehen zu lassen (das "Sterben") und etwas Neues entstehen zu lassen (die "Geburt").

In dieser Dunkelheit und erdrückenden Hitze, behütet und begleitet von den Energien aller Elemente, aller Himmelsrichtungen, aller Mitschwitzenden, dem Feuermann und Zeremonienmeister, den Ahnen und allem was in dir steckt, passiert Transformation auf tiefster Ebene und in kürzester Zeit.

Es ist so reinigend. So belebend.

Am Ende mancher Runden (wir machen 4) wollte ich mich auf den Boden legen. Mutter Erde spüren. Von ihr beschützt und gekühlt werden.

Sie gibt Raum und was in dem Raum passiert ist offen.

Sie beschützt, da wo Du Schutz brauchst.

Und sie sendet Kraft, da wo Du gestärkt werden musst.

Nachdem ich die 7 Menschen loslassen konnte spürte ich Wut.

Ganz viel Wut und auch Enttäuschung.

Tränen rollten mir über die Backen.

"Sieht ja eh keiner und ausserdem läuft mir das Wasser ja eh ohne Ende", dachte ich.

Nun wurde das Trinkhorn rumgereicht um alles Giftige und Alte aus dem System zu gurgeln und in die glühenden Steine in der Mitte zu spucken.

Doch jetzt konnte ich Wut und Ärger nicht mehr zurückhalten.

Ich glaub ich hab noch nie in meinem Leben so heftig gegurgelt wie in diesem Moment.

Raus mit den toxischen Gedanken, raus mit der Scheisse, die mir seit Jahren in der Kehle fest hängt und die weg muss, raus mit dem Druck in meiner Brust, raus mit der Kraft die in mir steckt.

Es reicht, es ist Zeit!

Zeit noch mehr Sebastian zu sein.

Mein Körper verspürte so viel Energie, so viel Kraft, so viel Entschlossenheit. Es war einfach unglaublich und ein Teil in mir hatte es so genossen, alles aus mir raus zu spucken und in der Glut der Großväter (die Steine) in die Unendlichkeit zu übergeben.

"Ich bin frei!" kam es in mir hoch.

Enge, Anstrengung und Durst waren plötzlich weg.

Ein Gefühl von Frieden und Erleichterung kamen in mir auf.

Dann Dankbarkeit. Gefolgt von Weite in meinem Körper.

"Danke Mutter Erde." sagte ich leise zu mir selbst.

Das Gurgeln und Spucken der Menschen neben mir, dass dann folgte war wie eine Orgie auf mein Frei-Sein.

"Noch freier. Ja, noch freier!"

Kam es in mir hoch mit jedem Mal, wenn gegurgeltes Wasser in den Steinen verzischte.

Was für ein geniales Gefühl.

Loslassen!

Und frei sein.

...

Die Tage nach der Schwitzhütte war ich ziemlich platt.

Bei der davor war ich einen Tag platt und dann mega aufgeladen.

Da musste dieses Mal wohl wirklich was aus meinem System.

Wieder kam Dankbarkeit und Demut in mir hoch.

Und, ich merkte da wird Platz für etwas frei.

Am ehesten merkte ich es in meiner Beziehung mit Nicole.

Etwas hatte sich tiefer in uns verankert und uns näher zueinander gebracht. Unser beider Energien begegneten sich irgendwie "reiner".

Altes, was nicht mehr zu mir gehörte war nun aus mir raus und ich hatte Raum für die Energien, die mir gut taten, die jetzt wichtig waren und die mich voller Freude machten.

Auch war mein Geist so viel klarer und achtsamer nach der Schwitzhütte.

Für mich ist dieses Ritual so wohltuend, wenn auch in manchen Momenten echt anstrengend, dass ich es jedem nur naheliegen kann, diese Erfahrung einmal auszuprobieren.

Auch im Kreis der Männer ist es so heilsam und kräftigend.

Wir dürfen uns reinigen. Uns in den Schoss der Frau begeben, verletzlich sein, neu geboren werden um dann mit Kraft und Wahrhaftigkeit in diese Welt zu treten.

Es ist auch ein Akt der Selbstliebe und für die Heilung der Liebe zwischen Mann und Frau.

Die nächste Schwitzhütte machen wir unter Männern während unserem Männer-Retreat Reclaim Your Kingdom (Details hier unter diesem Link).

Es wird heiß... wer mitschwitzen (und loslassen will) meldet sich gern bei Nicole und mir.

Related Posts

Schwitzhütte Teil 1: Abschied nehmen und los lassen…

Schwitzhütte Teil 1: Abschied nehmen und los lassen…

sebastian@superheldenmethode.de


Your Signature

Leave a Reply


Your email address will not be published. Required fields are marked

{"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}